Mama im braven Kleid. So züchtig wie zur Vorstellung ihrer Kinderbuchreihe hatte man Madonna seit den Videos zu "Live to tell" (1986) und "This used to be my playground" (1992) nicht gesehen. In den züchtigen "Blümchen- kleidern", knieumspielenden Röcken zu Twinset oder Pullunder wurde sie sämtlichen Klischees der liebevollen amerikanischen Bilderbuch-Hausfrau und -Mutter gerecht. Dazu trug sie dezentes Make-up und schulterlanges blondes Haar mit bravem Scheitel und sanfter Welle. Das Image, das ihr Outfit ausstrahlte, war warmherzig statt cool, züchtig statt sexy und sanft statt kämpferisch.
Siehe: Verschiedene Lesestunden zur Veröffentlichung ihrer Kinderbuch-Serie ("The English Roses", "Mr. Peabody's Apple" u.a.), Videoclip "Love Profusion",
Mann an ihrer Seite: Guy Ritchie
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"The English Roses" Mit Blümchen-Kleid und Zopf präsentiert Madonna ihr Kinderbuch.
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Zwischen den aufsehenerregenden Zungenküssen mit Britney Spears und Christina Aguilera auf der Bühne der mtv Music Award und der Präsentation ihres ersten Kinderbuchs "The English Roses" lagen zeitlich nur zwei Wochen, aber imagetechnisch Welten. Madonna zeigte aufs Neue, dass sie wie kein anderer Star das Talent besaß, binnen kürzester Zeit mühelos und überzeugend zwischen zwei völlig verschiedenen Images zu springen.
Die Verkörperung der Bilderbuch-Mama stand nicht nur im Kontrast zur immer noch erotischen Mittvierzigerin, die unverblümt ihre lesbischen Fantasien mit jungen Kolleginnen auslebte, sondern auch im Kontrast zur kämpferischen Nestbeschmutzerin aus "American Life". So diente der Auftritt möglicherweise nicht nur zur überzeugenden Vermarktung ihrer Kinderbücher, sondern auch zur Versöhnung mit dem konservativen Amerika, bei dem sie nach ihrer Kritik an amerikanischer Kultur und Kriegspolitik auf wenig Popularität stieß.
Welche konservative Seele konnte schon eine liebevolle und verantwortungs- bewusste Mutter ablehnen? Vor Allem Madonnas erstes Kinderbuch "The English Roses" wurde ein Bestseller. Erst nach dem zweiten Werk "Mr. Peabody's Apple" nahmen öffentliches Interesse und Verkaufszahlen der Bücher deutlich ab. Die Einnahmen aus den Büchern stiftete Madonna dem Kinderhilfsprogramm "Spirituality for Kids", das im Zusammenhang mit dem Kabbala-Zentrum stand.
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